Ich habe mich für eine Stelle als Praktikant in Deal Advisory beworben. Was ich erlebt habe, widerspricht jeglichem professionellen Anspruch. Hier ist der detaillierte Ablauf, der für sich selbst spricht:
1. Der vielversprechende Start:
- 27.10., 00:15 Uhr: Bewerbung abgeschickt.
- 29.10., 09:40 Uhr: Persönliche telefonische Einladung zum Interview durch HR (prima, bereits nach 2 Arbeitstagen).
- 10.11., 12:30 Uhr: Gespräch mit dem zuständigen Partner im Deal Advisory. Das Gespräch dauerte nur 30 Minuten und war ein reines, oberflächliches Kennenlernen. Dies stand im starken Kontrast zu Wettbewerbern (Big4/Next6), wo ich mehrere Runden mit tiefgehenden fachlichen Fragen und persönlichem Kennenlernen durchlief.
2. Das Ghosting: Nach dem Gespräch herrschte absolute Funkstille. Ich habe aktiv versucht, den Status zu klären:
- Mails an den Partner am 11.11., 25.11. und 01.12. – keine Reaktion.
- Anruf bei HR am 02.12. und Mail am 08.12. – keine Reaktion. Ich wurde über 2 Monate komplett ignoriert, während ich bei der oben genannten Konkurrenz transparente Prozesse durchlief und Angebote erhielt.
3. Der Anruf: Respektlosigkeit & Gaslighting: Am Freitag, dem 23.01.2026, um 18:30 Uhr, also zum Start ins Wochenende, erhielt ich endlich einen Anruf von HR.
- Die Forderung: Mir wurde vorgeworfen, ich hätte „angefragte Zeugnisse“ nicht eingereicht, und ich solle diese nun nachreichen, damit der Prozess weitergehen kann.
- Der Widerspruch: Das ist faktisch unlogisch. Bei anderen Gesellschaften ist es absoluter Standard, dass fehlende Unterlagen vor einem Erstgespräch per E-Mail angefordert werden. Hier wurde ich jedoch innerhalb von 2 Tagen eingeladen, ohne dass je Unterlagen thematisiert wurden. Warum hat man zudem auf meine 5 Nachfragen im November/Dezember nicht reagiert, um diese anzufordern?
- Der Tonfall: Das Gespräch war herablassend. Ich wurde wiederholt unterbrochen. Als ich auf den tatsächlichen Ablauf hinwies, wurde ich mit Sätzen wie „Haben Sie mich verstanden, dass Sie uns die Unterlagen nicht eingereicht haben?“ gemaßregelt.
Fazit: Bewerber monatelang zu ghosten, ist unprofessionell. Aber sie dann an einem Freitagabend anzurufen, aggressiv anzugehen und die Schuld für interne Versäumnisse auf sie abzuwälzen, ist inakzeptabel. Ich habe das Angebot, den Prozess fortzusetzen, abgelehnt und mich für einen Arbeitgeber entschieden, der wertschätzend kommuniziert.