Ich habe einen sehr umfangreichen Bewerbungsprozess bei Digistore durchlaufen, der sich über mehrere Stufen erstreckte.
Zunächst wurde ein Bewerbungsvideo verlangt, anschließend ein ca. zweieinhalbstündiges Assessment, das meine Arbeitsweise, Denkweise und fachlichen Fähigkeiten detailliert beleuchtet hat. Darauf folgte ein HR-Gespräch.
Umso irritierender war für mich das finale Interview. Dieses war ursprünglich für eine Stunde angesetzt, dauerte letztlich jedoch nur etwa 30 Minuten. In dieser Zeit hatte ich den Eindruck, dass weder das zuvor absolvierte Assessment noch meine bereits gezeigte Passung für die Rolle eine erkennbare Rolle im Gespräch spielten.
Es wurden kaum positionsbezogene oder vertiefende Fragen oder Rückfragen gestellt, und es bestand aus meiner Sicht wenig Interesse daran, meine Erfahrungen, Kompetenzen oder Herangehensweisen weiter einzuordnen. Dadurch wurde mir kaum Raum gegeben, meine Eignung für die Position nochmals konkret darzustellen.
Auch die Gesprächsatmosphäre empfand ich als eher distanziert und desinteressiert. Gegen Ende des Interviews hatte ich zudem den Eindruck, dass auch für meine eigenen Fragen nur begrenzt Offenheit oder echtes Interesse bestand, weshalb ich diese schließlich verkürzt habe und nicht alle Punkte ansprechen konnte, die mir wichtig gewesen wären.
Zusätzlich wich der tatsächliche Ablauf vom zuvor kommunizierten Setting ab: Entgegen der Ankündigung aus dem HR Gespräch, nahm kein weiterer Kollege am Gespräch teil, sondern ausschließlich eine Führungskraft.
Zusätzlich entstand bei mir der Eindruck, dass die betreffende Position möglicherweise nicht mit hoher Priorität besetzt wird. Dies leite ich aus der wiederholten Ausschreibung der Stelle, dem fehlende Kollegen im Gespräch sowie aus dem geringen inhaltlichen Interesse im finalen Gespräch ab.
In der Gesamtschau wirkte der Prozess für mich daher nicht stimmig und auch nicht fair – insbesondere im Verhältnis zum sehr hohen zeitlichen und inhaltlichen Aufwand, der im Vorfeld eingefordert wurde.